10.09.2012

Lasset uns eine Fotoparty feiern!


Einleitung: Stefan
Bildtexte: Oli und Stefan
Fotos: Oli, Stefan und Gäste (Untertitel beachten)

Vor einiger Zeit hat Doris von little-miss-itchy-feet uns aufgefordert, ihre Serie "Fotoparty" weiterzuführen. Ich habe ihr sofort gesagt, dass es lange dauern würde, weil meine Fotos auf drei verschiedenen Laptops im größten Chaos hinterlegt sind. Außerdem schwirren einige Bilder noch bei Freunden rum. Somit konnte ich diese Aufforderung dazu nutzen, um Ordnung in das Chaos zu bringen. Zumindest dachte ich mir das. Ich habe es natürlich nicht getan. Die Unordnung herrscht weiterhin auf den Rechnern. Traurig ist das. Traurig. Aber wie hat Mama schon immer gesagt, als sie früher mein Kinderzimmer betrachtet hat: "Nur ein Genie beherrscht dieses Chaos."

Doris, hier hast du unsere Fotoparty. Ich hoffe, dass es dir und den anderen Lesern gefällt!? Gebt mal Feedback.

Das lässt mich träumen (Oli):


Dolcedo, Bella Italia



Im Jahr 2007 war ich mit meinem Kumpel Max im Italienurlaub. Wir verbrachten die Zeit ganz in der Nähe von Dolcedo, einem kleinen verschlafenen Städtchen im Westen Norditaliens. Es versteckt sich gut zwischen Olivenhängen und südländischer Mentalität. Hier finden sich höchstens Touristen, die sich auf der schnellen Durchreise befinden. Ansonsten gibt es nur Pasta kochende Omas, junge Männer auf Vespas und langsamer laufende Uhren. Diese kriechende Langsamkeit konnte man gut in den carruggi (kleinen Gassen) und der örtlichen Fauna erkennen, wie auch auf diesem Foto. Die Natur scheint Dolcedo Stück für Stück wieder zurückzuerobern.

Das bringt mich zum Lachen (Oli):


Camden Market, London, England

Endlich hatte ich sie gefunden! Ernsthaft: Nach vielen Versuchen und etlichen Fehlschlägen, selbst eine Zeitmaschine zu bauen, fand ich dieses gute Stück tief verborgen in den Katakomben des Camden Market in London. Zum Glück konnte ich den Preis noch etwas herunterfeilschen, da ich an diesem Tag schon so viel Geld für Snacks und Souvenirs ausgegeben hatte. London ist bekanntlich eher eines der teureren Pflaster. Und da ich abends noch den einen oder anderen Pub unsicher machen wollte, stellte das auf den ersten Blick ein kleines Problem dar. Doch dann hatte ich eine Idee: Ich nutzte die soeben erworbene Zeitmaschine, um in der Zeit zurückzureisen und mir in der Vergangenheit etwas mehr Geld für meinen London Trip anzusparen. Einfacher geht's wohl kaum!

Das lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen (Oli): 


Restaurant Carrusel, Eukalyptusallee, Kolimpia, Ρόδος (Rhodos)
Bei Dimitris gibt es meiner Meinung nach die besten Speisen in Kolimpia. Die superleckeren Köstlichkeiten werden immer mit Krautsalat und griechischer Herzlichkeit serviert. Hierhin verschlug es mich so einige Male nach einem langen Tag in Rhodos’ Hitze. Es war immer wieder eine besondere Freude, dort umsorgt und mit griechischen Spezialitäten verwöhnt zu werden.

Das stockt mir den Atem (Stefan):


Südtirol auf dem Monte Elmo (Handykamera)

Viele Menschen, die ich kenne, haben eine Abneigung gegenüber der matschigen, kalten Jahreszeit. Ich freue mich jedes Jahr aufs neue wie ein Schneekönig. Bereits im Herbst hole ich mein Snowboard aus dem Keller und bereite das gute Stück auf den Tiefschnee vor. Seit meinem 14. oder 15. Lebensjahr besuche ich die kleine Gemeinde Sexten-Sesto in Südtirol. Die schroffen Berge und die tiefen Nadelwälder sind ein kleines Paradies zum Backcountry-Snowboarden. Dieses Jahr habe ich auch die französischen Alpen für mich entdeckt. Ich probiere mich auch gerne im Freestyle. Dieses Foto ist schon zwei oder drei Jahre alt. Beim Anblick schlägt mein Herz schneller. Ich möchte auf mein Snowboard. Sofort. Die Anfahrt zum Kicker und der Sprung in das Ungewisse. Der Adrenalin-Kick löst einen Zeitlupeneffekt aus. Wie tief geht es nach dem Kicker herunter? Wie ist die Beschaffenheit des Schnees in der Landefläche? Fahre ich zu schnell/zu langsam an? Und dann der Sprung...

Das bringt mich zum Nachdenken (Stefan):


 Bei Angeln auf dem Wolletzsee in Brandenburg (Kamera: Diana F+ mit Weitwinkel)
Von Februar bis Juni war ich Pendler. Aus verschiedenen Gründen habe ich Berlin für ein paar Monate verlassen und bin aufs Land gezogen. Zurück zur Natur. Ich musste allerdings jeden Morgen mit dem Regionalexpress nach Berlin ins Büro. Das lustige daran war, dass ein guter alter Freund zu dieser Zeit aus Hamburg zurück kam und in Berlin eine Wohnung suchte und aufs gleiche Stück Land gezogen ist. Wir haben viel unternommen, wenn wir abends wieder in der Provinz waren. Zum Beispiel einen Mountainbike-Kicker gebaut, Pläne für einen Schwedentrip geschmiedet oder einfach nur mit einem Boot auf ein See gefahren und bei einem Feierabendbier entspannt gefischt. Ganz ehrlich, diese Momente kann mir keine Metropole der Welt bieten. Bei der Betrachtung dieses Fotos wird mit bewusst, dass ich mich einfach nicht festlegen kann, ob ich in einer Großstadt oder auf dem Land wohnen möchte. Wo möchte ich überhaupt leben? Alles hat sein Für und Wider.

Das erzählt eine Geschichte (Stefan):


Am Strand auf Usedom (Kamera: Diana F+ mit Fisheye-Obektiv)

Dieses Bild haben wir bei einem unserer spontanen Roadtrips geschossen. Es sind diese plötzlichen Ausstöße von einer kleinen Reiselust. Du setzt dich Samstags ins Auto und merkst „Hey, der Tank ist fast voll und ich habe keine Pläne heute“ Sofort überlegst du, welche Freunde in der Nähe sind und ebenfalls planlos umherschwirren. Es folgen die Telefonate. Ein paar Stunden später, der Trip. Dieses Foto haben wir an der guten alten Ostsee geschossen. Wir wollten einfach nur am Strand liegen und das Meer rauschen hören. Gedanken ordnen. Der vom Meer dominierte Horizont und das Wellengrundrauschen unterstützten uns dabei. Wir redeten nicht viel. Jeder hatte irgendwie mit sich zu tun; und wenn man mit seinen Gedanken in einer Sackgasse steckte, wurde der Freund um Rat gefragt. Darauf entstanden Diskussionen und Ratschläge. Anteilnahme. 
Am Abend waren wir wieder zu Hause. Der Tank war fast leer. Ich liebe diese plötzlichen Tagestrips.

Worauf ich sehr Stolz bin (Stefan):


 Auf dem GR-20 auf Korsika - Foto: Elena (irgendwo aus UK) - Canon EOS (schieß-mich-tot)

Hier muss ich zugeben, dass ich mein Foto für diese Headline nicht gefunden habe. Bei der Suche stolperte ich allerdings über ein anderes Bild. Erst kürzlich geschossen. Es ist vielleicht nicht das Bild an sich, auf das ich Stolz bin. Es ist die Geschichte des Trips dahinter. Aber viel wichtiger sind die Personen auf dem Foto und die Personen, die nicht auf dem Foto zu sehen sind. Es sind Freunde. Viele Reisen bevorzuge ich mit Freunden zu unternehmen. Ob nach Korsika, Italien, Budapest, Schweden, Elbsandsteingebirge oder an den Wochenenden mit ihnen am Waldsee entspannen. Diese Reisen halten alte Freundschaften aufrecht. Ich bin froh, dass diese Menschen ebenfalls so denken und  jeder Trip seine eigene Geschichte zu erzählen hat. Wir erleben immer wieder aufregende Situationen und versuchen andere Kulturen kennenzulernen und zu erleben. An dieser Stelle wäre ein Dankeschön angebracht an alle, die, egal an welchem Trip, teilgenommen haben.

Dankeschön, Käcks!






Kommentare:

  1. Yeah, freu mich, dass die Party weitergeht - und Eure Fotos sind sowieso immer sehenswert ;-)

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    1. Besten Dank. Bin gespannt, was die anderen noch zeigen :)

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  2. Richtig! Da war ja was. Hab ich völlig verpennt. Schöne Auswahl. Ich setzt es auf meiner To-DO Liste ganz nach oben. ;)

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    1. JAAAA Marianna. Zeit wird's. Bin auf deine Bilder gespannt ;)

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