05.07.2012

Günstig reisen: Kreta, Insel der Oliven und Gebirge – Teil 1 des Reiseberichtes


von Oli
Fotos: marie Lawrenz

Kreta ist ein Mekka für Trekkingtrips und für Radsportler (z.B. Mountainbike und Downhill). Die beste Reisezeit für diese Aktivitäten ist meiner Meinung nach März bis Mai sowie Oktober und November. In den Sommermonaten werden es schnell 40 Grad im Schatten, da ist eher Surfen oder Siesta angesagt. Den einen obligatorischen Regentag im Juni habe ich zum Glück noch nie erlebt.



Zusammen mit meiner Freundin entdeckte ich vor vier Jahren meine Leidenschaft für Griechenland. Bisher bin ich oft dorthin verreist und durfte Land, Leute und Kultur kennenlernen. In dieser kleinen zweiteiligen Artikelserie möchte ich euch mein Lieblingsreiseziel vorstellen: Kreta. Ich mache euch mit den Hot Spots meiner letzten Reise bekannt und gebe euch nützliche Tipps, wie ihr kostengünstig die Insel am südlichsten Ende Europas entdecken könnt.
Kommt mit auf die Reise im ersten Teil:

Mit dem Flieger geht es direkt nach Iráklio. Bereits der Hafen der Hauptstadt gibt einen Blick auf das Ída-Gebirge frei. Für 80 Cent komme ich ins Zentrum oder zum nächsten Busbahnhof. Iráklio ist geschäftig und sticht damit aus dem kretischen Inselleben hervor. Für mich nicht die schönste Örtlichkeit der Umgebung, doch durch den großen orientalischen Einfluss in ihrer Architektur sehr aufregend. Es bietet viele interessante Museen (u.a. das Ikonenmuseum) und den Morosini-Brunnen. Übrigens gibt es dort in den kleinen Tavernen auch Gyros mit Salat und Bratkartoffeln für 2,80€ und Fassbier für 2,50€. Ich war ganz von den Socken.

Gestärkt geht es für einen schmalen Taler mit dem Bus weiter nach Réthimno. Die Schnellstraße an der Nordküste Kretas ist dafür die schnellste Verbindung. Die kleine gemütliche Stadt kann eine tolle Hafenpromenade vorweisen. Ein besonders schöner Teil ist der Venezianische Hafen mit einem alten Leuchtturm. Hier lässt sich die wunderschöne Aussicht in lauschigen Restaurants sitzend mit passender griechischer Atmosphäre genießen. 

Alter Leuchtturm des Venezianischen Hafens in Réthimno

Vor den Tavernen werden den Vorbeigehenden lebendige und sich windende Langusten und Hummer vor die Nase gehalten. Wanna eat here, my brother?“ – Nein, danke. Ich hatte gerade drei Kilo Gyros.
In vielen Reiseführern wird der Arimóndi-Brunnen als Sehenswürdigkeit angepriesen. Erwartet euch davon nicht zu viel. Stattdessen sollte die alte Festung Fortezza besichtigt werden, jedoch nicht in der Mittagshitze. In Umgebung der Fortezza lassen sich nach der Besichtigung die günstigsten Mahlzeiten mit Meerblick ergattern.
Zudem gibt es überall Magenfüller wie einen frischen Laib Brot, Olivenpaste und einem Liter Wasser für insgesamt 2,20€ oder in der ganzen Stadt Gyros für 2,50€. Übrigens, den besten Gyros Kretas gibt es meiner Meinung nach in Réthimno im Neratze Grill an der Moschee/Odeon.
Sparfüchse finden unweit des Busbahnhofs ein größeren Supermarkt, in dem kostengünstig eingekauft werden kann.
In unzähligen kleinen Gassen der Stadt laden gemütliche und versteckte Tavernen zum Verweilen ein. Geht auf Entdeckungstour! Verlaufen kann man sich hier nicht. 

In den Gassen Réthimnos verliert man sich gern in südländischem Flair
Mein nächstes Ziel ist Agia Galini im Süden Kretas. Auch hier gibt es eine Busanbindung über die Nord-Süd-Verbindungsstraße. Auf kurvenreichem Asphalt führt mein Weg durchs Ída-Gebirge. Die höchsten Gipfel tragen tatsächlich noch Schnee, und das bei 40 Grad im Schatten! Wer auf Kreta mit dem Auto unterwegs ist, sollte achterbahnerprobt sein. Kreter nehmen übrigens fast jede Kurve mit Tempolimit 80 und schneiden sie mit Leidenschaft, also ist Vorsicht geboten.
Auf der Strecke liegen viele Bergdörfer, in denen die Insel ihren Ursprung bewahrt. Zwischen all dem buschig-kargen Bergpanorama bahnt sich die Straße durch vereinzelte Oasen aus kleinen Baumgruppen. Ich fühle mich an den Brandenburger Wald erinnert. Eine wunderbare Aussicht begrüßt mich, als ich in Spíli ankomme. Wer mal so richtig ausspannen möchte, ist hier genau richtig, denn in Spíli gibt es nicht viel mehr zu sehen als einen Brunnen und ein Kloster. Abends sind nur noch Einheimische unterwegs, die mit Touristen scheinbar noch nichts Richtiges anzufangen wissen. Ein ruhiges und gemütliches Örtchen.

Sind die Fischer unterwegs, gibt es nicht viel zu tun

Nach zirka einer Stunde Fahrt erreiche ich meinen Bestimmungsort. In Agia Galini fallen die Berge ins Wasser. Zwischen der Steilküste fügt sich ein kleiner Hafen ins Bild. Hier wirkt das tägliche Treiben nochmal einen Tick langsamer. Ein Souvenirshop reiht sich an den nächsten. Das Meer ist ruhig, der ablandige Wind schlägt kaum Wellen. 

Nächste Woche erscheint der zweite Teil meines Kretareiseberichts. Am Ende dieser Artikelserie erhaltet ihr noch eine übersichtliche Zusammenfassung mit allen wichtigen Fakten, um günstig die Insel zu erkunden.

1 Kommentar:

  1. Vor einem Monat war ich auf der Insel Thassos, im Norden Griechenlands. Absolut schöne Insel, wenige Touristen, billige Unterkunft, viele Möglichkeiten zum Wandern und MB-Fahren.
    Ich würde sehr gerne auch nach Kreta, vor allem wegen der historischen Stätten... eines Tages! :)

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