Fotos: Alex, Flo, Stefan
Der See Sövdesjön liegt in einer der
zahlreichen Idyllen, die überall in Schweden zu finden sind. Die
einzige Ansammlung von Menschen ist die kleine angrenzende Metropole
Sövde, die 291 Seelen zählt. Wir befinden uns in einem Paddelkahn
an der Spitze einer der vielen Halbinseln. Die See ist ruhig, es ist
leicht bewölkt und der Wind weht uns eine mit Seeduft versehende
Brise um die Ohren. Das Einzige, das auf dem See zu hören ist, ist
ein abklingendes Echo, das sich bis zu den Ufern ausbreitet: "FUCK.
FUCK. FUCK. FUCK.". Mein Reisebegleiter hat den ersten und
einzigen großen Biss an der Angel. Ein beachtlich
großer Hecht. Er zieht den Fisch näher an den Kahn. In aller Eile
bereite ich den Kescher vor, der sich irgendwie nicht ausziehen
lassen möchte. Gerade als ich den Fisch ins Netz fischen will, kann
er sich vom Haken befreien und flieht in den weiten See. Nachdem das
Echo abklang, war es wieder still.
Das verlängerte Pfingstwochenende
nutzten meine vier Freunde und ich, um erste Erfahrungen in Schweden
zu sammeln. Wir wollten uns einen ersten Eindruck vom Land machen,
von dem alle Reisenden in höchsten Tönen berichten, in dem Billy
geboren wurde und welches ein Angelparadies sein soll. Das
vergleichsweise für uns Deutsche teure Land haben wir für nicht
einmal 100 Euro erkundet. Günstiger geht es wohl kaum.
Günstig Schweden entdecken - die Route
Während der Planung haben wir uns keine „großen“ Ziele herausgesucht. Wir haben eine Karte auseinandergefaltet und überlegt, welche Region wir in drei Tagen erkunden möchten. Startpunkt war ungefähr Berlin. Das Ganze gleicht den Anfängen einer mathematischen Lösung:
gegeben: - Auto
- drei Tage
- fünf Personen
gesucht: - Reiseziel
Die Region Snogeholmssjön sprang sofort ins Auge.
Drei Seen, abgelegen von großen Städten und lediglich eine
Autostunde vom Fährhafen Trelleborg entfernt. Perfekt. Von Berlin
aus fuhren wir nach Sassnitz auf Rügen, um dort zu unserer Fähre zu
gelangen. Abfahrt: 2:45 Uhr. Diese Zeit war perfekt, da wir in den
Morgenstunden in Schweden ankommen würden und immer noch den
kompletten Samstag für Unfug zur Verfügung hatten. Außerdem ist
die Nachtfahrt ein echter Geheimtipp. Wir befanden uns pünktlich zum
Sonnenaufgang auf der hohen See. Östlich der Fähre zeigte sich nach
und nach die Morgensonne in voller Pracht. Westlich vom Kutter war
immer noch der Sternenhimmel zu sehen. Ein unbeschreiblich schönes
Bild.
Auf der Fähre nutzten wir die Gunst der Stunde und deckten uns mit zwei Stiegen Heinecken aus dem Duty-Free Shop ein, um auf die Überfahrt unseres kleinen Roadtrips anzustoßen. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass Fahrer und Beifahrer in Schweden null Promille haben müssen.
Ankunft in Trelleborg um 6 Uhr. Die Stadt befand sich noch im Tiefschlaf. Kein Mensch war auf den Straßen zu sehen. Zu unserer Verwunderung waren auf den Gehwegen nur Hühner und Enten zu sehen. Strange. Wir fuhren die Landstraße weiter in östliche Richtung, parallel zum Strand der Ostsee. Ein wundervolles Panorama. Links weite Rapsfelder und klassische schwedische Landhäuser und rechts das weite Meer. Als wir Ystad erreichten, fuhren wir weiter Richtung Norden bis wir die Region Snogeholmssjön mit dem gleichnamigen See erreichten. Ziel erreicht. Wir nutzten übrigens kein Navi, weil wir a) unsere Kartenlese-Skills erweitern wollten und ich b) das Navi zu Hause vergessen hatte.
Das Jedermannsrecht und was es damit auf sich hat, Angeln und lockere Schweden
Von Schweden habe ich schon viele Berichte gehört. Alle waren durch die Bank weg positiv. Ich habe vor der Reise versucht herauszufinden, was denn so richtig blöd an diesem Land ist. Keine Antwort. Eigentlich hört sich ja auch alles schön an: hübsche Blondinen, nette Landsleute, das Jedermannsrecht und tolle Landschaften. Klingt nach dem Paradies. Allerdings entsprach die Realität nicht ganz unseren Vorstellungen.
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| Typische Landschaft im Süden Schwedens |
Günstig Schweden entdecken - die Route
Während der Planung haben wir uns keine „großen“ Ziele herausgesucht. Wir haben eine Karte auseinandergefaltet und überlegt, welche Region wir in drei Tagen erkunden möchten. Startpunkt war ungefähr Berlin. Das Ganze gleicht den Anfängen einer mathematischen Lösung:
gegeben: - Auto
- drei Tage
- fünf Personen
gesucht: - Reiseziel
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| Ausblick von der Fähre zum Sonnenaufgang |
Auf der Fähre nutzten wir die Gunst der Stunde und deckten uns mit zwei Stiegen Heinecken aus dem Duty-Free Shop ein, um auf die Überfahrt unseres kleinen Roadtrips anzustoßen. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass Fahrer und Beifahrer in Schweden null Promille haben müssen.
Ankunft in Trelleborg um 6 Uhr. Die Stadt befand sich noch im Tiefschlaf. Kein Mensch war auf den Straßen zu sehen. Zu unserer Verwunderung waren auf den Gehwegen nur Hühner und Enten zu sehen. Strange. Wir fuhren die Landstraße weiter in östliche Richtung, parallel zum Strand der Ostsee. Ein wundervolles Panorama. Links weite Rapsfelder und klassische schwedische Landhäuser und rechts das weite Meer. Als wir Ystad erreichten, fuhren wir weiter Richtung Norden bis wir die Region Snogeholmssjön mit dem gleichnamigen See erreichten. Ziel erreicht. Wir nutzten übrigens kein Navi, weil wir a) unsere Kartenlese-Skills erweitern wollten und ich b) das Navi zu Hause vergessen hatte.
| Wir sind auf der Suche nach einem Lagerplatz |
Das Jedermannsrecht und was es damit auf sich hat, Angeln und lockere Schweden
Von Schweden habe ich schon viele Berichte gehört. Alle waren durch die Bank weg positiv. Ich habe vor der Reise versucht herauszufinden, was denn so richtig blöd an diesem Land ist. Keine Antwort. Eigentlich hört sich ja auch alles schön an: hübsche Blondinen, nette Landsleute, das Jedermannsrecht und tolle Landschaften. Klingt nach dem Paradies. Allerdings entsprach die Realität nicht ganz unseren Vorstellungen.
Uns gefiel
besonders das Jedermannsrecht ("Allemansrätten"), das
jedem freien Zugang zur Natur garantiert. Legales Wildcampen, coole
Sache. Ganz selbstbewusst wollten wir es uns am See gemütlich
machen. Keine 10 Minuten später kam eine Art Ranger an und klärte
uns darüber auf. Mit dem Jedermannsrecht verhält es sich wie mit
den Vorstellungen anderer Länder über freie Autobahnen in
Deutschland: es ist möglich, aber nicht überall erlaubt. In
Sichtweite von Häusern, in Naturparks und auf landwirtschaftlichen
Nutzflächen ist Wildcampen nicht gestattet. Blöd nur, dass an jedem
See in Schweden Häuser stehen. Aber der Schwede ist entgegenkommend.
Campingplätze wurden errichtet, auf denen kostenlos mehrere Tage
kampiert werden kann. Oft gibt es vor Ort sogar Zugang zu sanitären
Einrichtungen. Für die Pyromanen wurden Feuerstellen angelegt. Das
Feuerholz wird entweder in der Nähe zur Verfügung gestellt oder
wird aus dem Wald entnommen. Logischerweise ist es verboten Bäume zu
fällen. Nur tote, abgefallene Äste sollen verbrannt werden. Da hat
es uns nicht gewundert, dass die Wälder um diese Campingplätze
besonders sauber und frei von "Gestrüpp" waren.
Am
Ufer des Snogeholmssjön ist das Angeln erlaubt. Wer mit dem Kahn
herausfahren möchte, benötigt eine Angelkarte ("Fiskekort").
Diese kann jeder beim Fischer oder in einem örtlichen Konsum
erwerben. Einen Anglerschein mit Schulung, Prüfung und all dem
Quatsch wie in Deutschland ist nicht erforderlich. An dieser Stelle
ein Rat aus persönlicher Erfahrung: informiert euch über die
Angelerlaubnis, bevor ihr die Angeln hineinwerft. Wir wurden einen
Tag später am südlich gelegenen See "Ellestadsjön"
ziemlich in die Mangel genommen. Als wir dort gerade unsere Angeln
vorbereiteten, dauerte es nicht lang bis ein Motorboot ankam, das vom
örtlichen Fischer gesteuert wurde. Er nahm eine unserer Angeln und
rief "We call the police! You are not allowed to fish here! We
call the police!" Nach einer ewig andauernden Diskussion gab er
uns die Angel wieder und wir konnten den See ohne Polizei verlassen.
So viel zum Vorurteil, dass jeder Schwede eine lockere Lebensart hat.
Dennoch waren alle Schweden (mit Ausnahme des Fischers) sehr nett und
hilfsbereit.
Ich wollte nie glauben, dass alle Schwedinnen blond und hübsch sind. Tja, jetzt glaube ich es. Zumindest ein großer Teil der "Damer" entsprach der knappen Beschreibung. Wir haben glücklicherweise die richtige Modesaison erwischt. Ultraknappe Hot Pants aus Jeans mit leicht durchsichtigem Top und (meist) schwarzem BH. Hätten die Damen noch weniger Stofffetzen am Körper getragen, würden sie in die Kategorie "Bademode" fallen. Mir fiel diese Mode erst am letzten Tag während der Rückfahrt auf. Nach drei Tagen Männerwochenende achtet man(n) besonders auf die weibliche Bevölkerung.
Drei Tage Schweden - das Fazit und die Kosten
Oft wurde die Frage
gestellt: "Lohnen sich überhaupt drei Tage in Schweden?" -
Natürlich nicht. Aber es ging uns ja nicht darum das ganze Land zu
erkunden. Wir wollten uns einen ersten Eindruck von der Lebensart der
Menschen, der Natur und den "Vorurteilen" einholen. Mit den
Erfahrungen, die wir in den drei Tagen gesammelt haben, können wir
jetzt eine größere Schwedenreise planen. Außerdem haben wir ein
verlängertes Wochenende bis auf die letzte Stunde in einem anderen
Land in der Natur ausgenutzt. Es war kein Kultururlaub. Wir haben
keinen Elch gesehen oder neue Freundschaften in Schweden geschlossen.
Aber wir hatten einen spaßigen Roadtrip und interessante
Outdoorerlebnisse. Ich kann es nur jedem empfehlen, der aus dem
Alltag herauskommen und etwas erleben möchten.
Die Kostenübertrafen untertrafen unsere Planung. Insgesamt 85
Euro für einen Roadtrip nach Schweden und zurück. Alle Zusatzkosten
mit inbegriffen.
Die Fähre haben wir übrigens über Scandlines gebucht.
Ach, und weil wir gerade bei Schweden sind. Zum Schluss muss ich noch einen Dank an Volvo aussprechen. Seit mehreren Jahren fährt mich mein Volvo V40 durch verschiedene Länder Europas. Nie hat er mich ernsthaft im Stich gelassen. 370.000 Km hat er jetzt auf den Achsen. Der Motor schnurrt wie eine Dieselkatze. Vielen Dank für die Reise durch 10 Länder, vielen Dank für die Zuverlässigkeit und vielen Dank für das Reisegefühl, das dieses Auto permanent ausstrahlt. Dafür habe ich den alten Schweden mit auf die Reise genommen und einen Schweden-Sticker auf die Heckklappe geklatscht. Außerdem konnte er ein wenig Heimatluft schnuppern. Darüber hat er sich bestimmt auch gefreut.
Ich wollte nie glauben, dass alle Schwedinnen blond und hübsch sind. Tja, jetzt glaube ich es. Zumindest ein großer Teil der "Damer" entsprach der knappen Beschreibung. Wir haben glücklicherweise die richtige Modesaison erwischt. Ultraknappe Hot Pants aus Jeans mit leicht durchsichtigem Top und (meist) schwarzem BH. Hätten die Damen noch weniger Stofffetzen am Körper getragen, würden sie in die Kategorie "Bademode" fallen. Mir fiel diese Mode erst am letzten Tag während der Rückfahrt auf. Nach drei Tagen Männerwochenende achtet man(n) besonders auf die weibliche Bevölkerung.
| Lasst euch von den grimmigen Gesichtern nicht täuschen. |
Drei Tage Schweden - das Fazit und die Kosten
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| Schön! |
Die Kosten
Die Fähre haben wir übrigens über Scandlines gebucht.
Ach, und weil wir gerade bei Schweden sind. Zum Schluss muss ich noch einen Dank an Volvo aussprechen. Seit mehreren Jahren fährt mich mein Volvo V40 durch verschiedene Länder Europas. Nie hat er mich ernsthaft im Stich gelassen. 370.000 Km hat er jetzt auf den Achsen. Der Motor schnurrt wie eine Dieselkatze. Vielen Dank für die Reise durch 10 Länder, vielen Dank für die Zuverlässigkeit und vielen Dank für das Reisegefühl, das dieses Auto permanent ausstrahlt. Dafür habe ich den alten Schweden mit auf die Reise genommen und einen Schweden-Sticker auf die Heckklappe geklatscht. Außerdem konnte er ein wenig Heimatluft schnuppern. Darüber hat er sich bestimmt auch gefreut.
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Unglaublich schöne Landschaftsbilder. Womit wurden sie gemacht?
AntwortenLöschenDanke! Die Fotos wurden mit einer Canon EOS 600D geknipst.
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