Fotos: Florian
Die Beleuchtung auf Trekkingtouren ist eigentlich ein wichtiger Punkt, den ich (zugegeben) oft in meiner Planung vergesse. Ich verlasse mich darauf, dass an den Orten, die wir ansteuern, genügend Feuerholz vorhanden ist. Oft ist dies auch der Fall. Allerdings ist das gemütliche Lagerfeuer in den meisten Nationalparks in Europa nicht gerade des Rangers bester Freund. Nicht selten wurden wir angewiesen das Feuer zu löschen. Und dann sitzen wir uns mit ultrahellen LED-Kopflampen gegenüber. Nicht gerade ein gemütliches Abendlicht. Vor einigen Wochen ist mir eine Gaslampe in den Schoß gefallen. Erst dachte ich, dass meine Elektrofunzel bisher ausreichend war. Aber der Praxistest änderte meine Meinung.
Ausgangssituation
vor der Anschaffung einer Gaslampe
Stellt
euch einmal folgende Situation vor: Ihr packt euren Rucksack und checkt dabei
die Elektro-Lampe. Ihr denkt euch, dass es gut aussieht. Hält noch eine Weile.
Die Tour beginnt und nachts müsst ihr die Lampe einschalten. Plötzlich wird das
Licht schwächer und schwächer. Helligkeit sieht anders aus. Das Ärgernis ist
natürlich groß. Irgendwie habe ich diese Situation jedes Frühjahr, wenn die
großen Touren beginnen. Angeblich kann Energie physikalisch nicht entweichen.
Aber die Energie meiner Lampe anscheinend schon. Geht es euch auch so? Egal.
Jedenfalls habe ich nach einer Alternative gesucht und dabei folgende
Bedingungen gestellt: a) helles und b)
angenehmes Licht. Da heutige elektronisch betriebene Lampen größtenteils über
LED-Lampen ihr Licht abgeben, habe ich diese von meiner Liste gestrichen. Die
Gaslampe muss her.
Als
ich die Gaslampe in meinen Händen hielt, war ich etwas verwirrt. Verwöhnt von
der Elektronik (Switch-On / Switch-Off), musste ich feststellen, dass es vor
der ersten Inbetriebnahme einer Gaslampe etwas Vorbereitung benötigt.
1. Gaskartusche
gleich dazu kaufen. Klingt total absurd. Aber ich gehöre zu der Sorte Mensch,
die sich über ein Produkt freuen können und das essentielle Begleitprodukt
vergessen.
2. Den
Aufsatz der Gaslampe in die vorgesehene Vorrichtung der Gaskartusche drehen. Bei
der Snow Peak Giga Power funktioniert dies ohne unnötiges Entweichen von Gas.
3. Schutzglas
abnehmen und über die Gasdüsen einen Glühstrumpf stecken. Dieser gibt, in
Verbindung mit dem ausströmenden Gas, das Licht ab.
4. Den
Glühstrumpf mit dem Feuerzeug anzünden und durchbrennen lassen. Die Gaszufuhr
bleibt dabei immer noch geschlossen.
5. Wenn
der Glühstrumpf fast durchgebrannt ist, muss die Gaszufuhr voll aufgedreht
werden. Der einst so große unförmige Glühstrumpf entwickelt sich zu einem
kleinen, glühenden Netzball. Fertig.
Eine
ausführliche Anleitung ist in der Verpackung oder auf der Homepage von SnowPeak zu finden.
Ist
die Lampe erst einmal in Betrieb, sticht der eigentliche Vorteil der Lampe
hervor: das Licht - Dauerhaft hell, angenehmer Farbton und steuerbar. Ich habe
die Gaslampe mit automatischer Zündfunktion ausgewählt, Feuerzeug oder
Streichhölzer werden also nicht benötigt. Die Gaszufuhr lässt sich ganz einfach
steuern und das Licht ist sogar angenehm genug, um ein Buch zu lesen.
Die
Lampe von Snow Peak ist sehr leicht (128g) und sparsam. Ich habe die Lampe drei
Stunden brennen lassen und kaum Gas aus der Kartusche verbraucht. Laut
Herstellerangaben hat die Lampe eine Leistung von stolzen 80 Watt. Die
Verarbeitung ist sehr robust. Ich denke, dass die Lampe ohne Probleme über
Jahre hinweg genutzt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die Streuung des
Lichts. Eine übliche Taschenlampe hat oft einen sehr begrenzten Lichtkegel. Die
Gaslampe verteilt das Licht in einem Radius von 360° um die eigene Achse. Die
Lampe ist auch als Hängeleuchte verfügbar. Für Backpacker ist diese Variante
aber vollkommen ausreichend. Als Alternative zur Stirnlampe ist sie
selbstverständlich nicht zu empfehlen. Die Einsatzbereiche sind auch von Grund
auf verschieden. Für den Test haben wir noch einige Fotos gemacht, um für euch
die Praxisnutzung optisch hervorzuheben.
FAZIT
– Wer hat einen Nutzen von dieser Gaslampe?
Einen
Nutzen von einer Lampe wie der Snow Peak Giga Power hat im Prinzip jeder Backpacker,
der eine zuverlässige Lichtquelle benötigt. Denn die Gaslampe besteht nicht aus
zerbrechlichem Plastik, sondern aus stabilen Metall. Hinzu kommt, das Gaslampen
auch bei extremen Wetterbedingungen noch voll funktionstüchtig sind. Dies
grenzt sie von den meist empfindlichen Elektrogeräten deutlich ab.








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