29.04.2012

Geocaching: Der Grundgedanke und Ausrüstungstipps für die Schnitzeljagd

Text: Stefan
Fotos: Stefan und Niklas

"Weißt du, es ist dieser scheiß Vorführeffekt. Ich selber habe schon unzählige Geocaches gefunden. Möchte ich euch zeigen, wie das System in der Praxis funktioniert, finden wir das verflixte Ding nicht."
Wir sind auf der verzweifelten Suche nach einem Hinweis, der uns zum nächsten Punkt bringen soll. Ein Freund von mir weiht mich in die Geheimnisse des Geocaching ein. Seit 20 Minuten suchen wir schon an der gleichen Stelle. Jeder Stein, jeder Baum wurde von uns bereits mehrfach untersucht. Nichts zu finden. Jetzt fängt es auch noch an zu regnen. Geocaching kann dich verzweifeln. Geocaching kann deine Geduld prüfen. Aber eines ist bei dieser Schnitzeljagd am intensivsten: das Gefühl, das einem überkommt, wenn man nach einer langen Suche endlich das Ziel findet. Meist eine kleine Liste, in der jeder seinen Namen, Datum und Uhrzeit eintragen soll. Belohnt wird man nicht nur mit seinem Eintrag, sondern ebenfalls mit einem wunderschönen Ausblick. Denn Geocaches befinden sich an Orten natürlicher Schönheit. Jedenfalls sollte das so sein.

Inhalte eines Caches. Jeder Entdecker kann zusätzlich einen Gegenstand hinzufügen.
Das digitale Zeitalter trifft auf Tradition

Geocaching bedeutet nicht nur in der Gegend herumwandern und Punkte finden, die vorher im Internet festgehalten wurden. Der Grundgedanke geht viel tiefer in unsere gegenwärtige Gesellschaft. Für mich ist Geocaching die Schnittstelle zwischen der bequemen Internetgesellschaft und der traditionellen Wanderlust. Denn die Punkte (so genannte Caches) sind vorher auf einer Karte zu finden, die für jeden online zugänglich ist. Dort sucht können Punkte heraus gesucht werden, die man erkunden möchte. Benötigt wird also das Internet, um überhaupt in die Natur zu gelangen und sich auf die Suche nach den Caches zu machen. Danach heißt es Rucksack packen und sich auf Wanderschaft begeben. Wer Geocaching intensiv betreiben möchte, lädt sich die passende App für das iPhone herunter. Diese gibt peinlich exakt den Standpunkt des Versteckes an. Zudem werden in der App zahlreiche nützliche Daten wie Höhenmeter, Entfernung und Kompasskurse angezeigt. Die App ist aber längst nicht so cool wie ein GPS-Gerät für Wanderer. Dies zeigt nämlich pornös genau das Versteck an. Außerdem hat das iPhone in der „Wildnis“ nicht immer Internet-Empfang, das GPS-Gerät hingegen findet immer einen Satelliten. Um Geocaching als Hobby zu betreiben, sollte ernsthaft über die Anschaffung eines GPS-Gerätes nachgedacht werden.
Wer nicht wie ein Hipster mit seinem iPhone in der Natur  herumirren oder Faulheit durch ein GPS-Gerät symbolisieren möchte, der greift auf eine ausfaltbare Wanderkarte zurück. Kostet nicht viel, sieht gut aus, verbraucht keinen Strom und benötigt keinen Internetzugang. Außerdem lernt ihr alles über Kompasskurse und richtiges Karten lesen. Unter Umständen kann dieses Wissen euer Leben retten.

So genannte "Makros" beinhalten nur das Nötigste
 Der Reiz des kleinen Abenteuers

Wurden die Geocaches in der Karte markiert, der Rucksack gepackt und das Zielgebiet erreicht, beginnt die Suche. Es hat einen Suchtfaktor. Man fühlt sich ein bisschen wie ein Kind oder ein Protagonist von Robert Louis Stevenson. Zumindest ein wenig. Vielleicht liegt es in der Evolution des Mannes, seinen Entdeckungsreichtum auszuleben. Jeder Mann trägt in sich den Reiz des kleinen Abenteurers. Dieser muss nur gekitzelt werden und die Sucht hat zugeschlagen. Ähnlich ist es beim Geocaching. Wurde das erste Versteck gefunden, erwacht das Bedürfnis weitere Caches zu entdecken. Das ist es, was dieses Spiel ausmacht.
Hinzu kommt, dass es ein Anstoß ist unbekannte Wälder, Gebirge oder Regionen zu erkunden. Mit dieser Methode ist es viel einfacher die Region zu entdecken und Insider-Tipps zu bekommen, als auf eigene Faust ein Gebiet zu erkunden. Auch wenn letzteres unter Umständen abenteuerlicher sein kann.

Wir haben übrigens nach der ewigen Suche den Hinweis letztendlich gefunden. Es waren neue Koordinaten, die uns zu einem Rätsel führten. In einem Baum war ein Datum eingeschnitzt. Wir sollten herausfinden, auf welchen Wochentag dieses Datum fällt. Danach erhielten wir neue Koordinaten, die uns zu einem Punkt mit dem Hinweis „Stubbe“ führten. Was ist Stubbe? Noch nie gehört. Vielleicht eine Tierart? Ein Baum? Wir fanden heraus, dass Stubbe ein altdeutscher Begriff aus den nördlichen Regionen für „Baumstumpf“ ist. Da lag dann auch die kleine Schatzkiste.


Fundstätte eines Caches
Nachdem der Name eingetragen wurde, kann im Internet der Cache als "Gefunden" markiert werden
Ortschaften, wie diese versteckte Kirchruine, hätten wir auf eigene Faust nicht gefunden.
Im Stubbe versteckt

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