06.06.2013

Graz' Geheimnisse abgrasen - Graz Secrets

Von Stefan.

Reisen ist hin und wieder eine Flucht. Wir brauchen neues, das uns vom Alltag ablenkt und uns mit Inspiration vollstopft, um übermotiviert in die Heimat zurückzukommen.
So erging es mir vor einigen Wochen, als der Prüfungsstress überhand nahm, der Wohnungswechsel logistische Meisterleistung erforderte und das Hirn einfach nicht mehr arbeiten konnte. Da kam eine Einladung aus Graz gerade recht. Nicht nur, weil Graz als kreative Pulsader der Steiermark gilt, sondern weil Graz in Sachen Genuss einiges auf dem Kasten hat. Eh klar. Ich mein, wir sprechen hier von Österreich, eines der schlemmerreichsten Länder in Europa.
Rein in den Flieger, raus aus dem Stress.


DOs & DON'Ts für Malta

HINWEIS: Dies ist eine Anzeige. Dieser Beitrag wird von der Hansen-Mediengruppe präsentiert:

Mit einem Rucksack auf dem Rücken durch ein heißes Land zu reisen ist kein Spaß. Auf Malta kommt es da gerne zu Schweißflecken unter den Achseln, aber damit muss man sowieso rechnen, denn diese Mittelmeerinsel ist ein einziger Sommertraum. Wenn man mit dem Flugzeug in Valletta ankommt, kriegt man schon einen überaus schönen Eindruck davon, was das Land zu bieten hat: Strände, Palmen, Sonnenschein und eine wundervolle, ja traumhafte Hauptstadt. Valletta wurde vollständig dem
UNESCOWeltkulturerbe zugesprochen, weil die Stadt noch gänzlich aus den alten Festungen und Burgen besteht, die Malta zur Zeit Napoleons ausmachten.


29.05.2013

Neulich in Schweden...

Text und Fotos: Stefan.

Eigentlich sollte es ganz einfach sein, dachte ich mir, als ich vor meinem Notizbuch verzweifelt nach einer Story gesucht habe. Ich wollte damit einen Eindruck des letzten Roadtrips nach Schweden vermitteln. Pustekuchen. Es geht nicht. Mir fiel nichts ein. Ich wollte meine Verzweiflung schon im Drogensumpf ertränken, als ich anfing ein Märchen zu schreiben, was im ersten Gedankengang ziemlich cool klang. Die fantastische Geschichte sollte im Prinzip unsere Aktivitäten in metaphorischen Umschreibungen widerspiegeln. Als ich jedoch an folgender Stelle ankam, beendete ich abrupt mein literarisches Meisterwerk:

„Die letzte Jagd hatte sich für den tapferen Krieger lange hingezogen. Zu lang. Stunden wartete er im Dickicht auf ein vorbeiziehendes Tier. Hirsch, Reh oder Elch - mittlerweile war es ihm egal, er wollte einfach nur aus der geduckten Haltung heraus und sich wieder frei bewegen. Seine Beine schmerzten, die kleinen Äste der Sträucher kratzten auf der Haut und der Magen brüllte bereits nach Nahrung. Während er dem Kuckkuck lauschte, tauchte plötzlich aus einer Senke ein Hirsch auf. Das war seine Chance! Er umklammerte fest seine Axt, holte tief Luft und zählte bis drei. Blitzschnell sprang er mit aller Kraft aus dem Dickicht, rannte mit erhobener Axt auf den Hirsch zu und mit lautem Gebrüll schlug er so fest auf ihn ein, dass die Klinge durch des Hirschs Körper wie durch Butter glitt und mit übermenschlicher Kraft so hart auf den Boden aufschlug, dass das Schmiedeeisen vollständig zerteilt wurde. All seinen Frust, all seine Wut, alles setzte er in diesen Hieb. Die angestaute Geduld während der Nahrungsbeschaffung griff seine letzten gesunden Nerven an. Von sich selbst überrascht beruhigte sich seine Atmung langsam, während er noch reglos neben dem Kadaver stand. Ein Tier von einem Mann. Er gehörte getötet, nicht umgekehrt.“

In der Urfassung wollte ich umschreiben, dass wir in Schweden fischen waren. Plötzlich saß ich geschockt vor meinem Rechner (ungefähr so) und dachte mir, was zur Hölle schreibe ich hier eigentlich? Vielleicht hatte ich gerade einfach nur ein wenig Appetit. Wer weiß.

Als mir ENDLICH eine Story einfiel, meldete sich im gleichen Augenblick die liebe Yvonne von Justtravelous und wir unterhielten uns über Gastartikel. Daher gebe ich hier nur einen kleinen Appetizer und die Hintergrundgeschichte dazu könnt ihr demnächst auf Justtravelous.com lesen.

Der südliche Teil von Schweden ist für mich keine Unbekannte. Bereits im letzten Jahr konnte ich beweisen, dass ein Roadtrip in diese wunderschöne Region für unter 100 Euro möglich ist. Glaubste nicht? Kannste hier lesen.

Hier nun aktuelle Bilder.
Bitteschön:


03.05.2013

Ganz Berlin feiert - MayDay und seine Gesichter

Es sind die schönsten zwei Tage im Jahr, die Berlin zu bieten hat. Wenn April und Mai sich treffen, kurz die Flosse reichen und den Dancefloor rocken, bevor sich ihre Wege wieder trennen, dann ist MyFest. Die Berliner läuten nicht nur den Frühling ein, sondern auch den Beginn der sommerlichen Straßenkultur. Alle sind heiß darauf mit Sonnenbrille, leichter Kleidung und Bierchen in der Hand durch die Parkanlagen, an der Spree oder den Kiezstraßen zu schlendern. Die Berliner feiern dies auf ihre Weise, wie sie es schon immer getan haben und konnten: sie verwandeln die Stadt zu einer einzig großen Party - und die hat es in sich. Dieses Jahr war es, meiner Meinung nach, das mit Abstand beste Maifest seit langem.
Traditionell beginnt die Party in Kreuzberg entlang der Skalitzer Straße, dem Oranienkiez und Mariannenplatz. Hier trifft sich die ganze Welt und ich konnte endlich meine neue Kamera austesten. Blöd nur, dass die Straßen teilweise so überfüllt waren, dass es äußerst schwierig war, passende Motive zu finden. Also habe ich aus der Situation das Beste gemacht und Fotos von vorbeilaufenden Menschen gemacht. Die kleine Fotoserie zeigt die Vielfalt des MyFests. Von ganz jung bis ganz alt; von unglaublich sexy bis abgefahren skurril; von durstig bis hungrig - alle sind vertreten. Was mir daran besonders gefällt sind die Fotos, auf denen die Menschen just in diesem Augenblick registrieren, dass von ihnen ein Foto gemacht wird, während ich auf den Auslöser gedrückt habe. Wie viele dieser Gesichter zählt ihr?


18.04.2013

Für immer Tirol

von Oli

Ich nehme einen tiefen Atemzug. Die Luft ist so kühl und frisch, dass sie in der Lunge sticht. Der Pulverschnee, der sich bei der letzten Abfahrt in meinem Gesicht verfangen hatte, ist jetzt gefroren und beißt in meine Wangen. Ich nehme die Schneebrille ab und muss blinzeln, weil mich die in Watte gebettete Landschaft blendet. Und während mein Blick über die schneebedeckten Hänge schweift, frage ich mich, wieso es mich aufs Neue hierher verschlagen hat. Wieso eigentlich immer Tirol?

Mit fünf Jahren war ich mit meinen Großeltern zum ersten Mal im Skiurlaub. Gut, ich habe mehr Zeit mit dem Hintern im Schnee als auf Brettern verbracht. Obwohl ich das Gedächtnis einer Eintagsfliege habe, kann ich mich noch gut an unsere Unterkunft am Fuß des Hintertuxer Gletschers erinnern. Von dort unten gesehen, war er für mich der größte Berg der Welt. Nach all den Jahren hat der Gletscher seinen Zauber nicht verloren, und für mich ist er immer noch genauso groß wie damals. Seitdem habe ich ihn oft besucht.

02.04.2013

Eine Ode an die Autobahn - Das Konstrukt Roadtrip

Von Stefan.

Wilde Bilder glänzen durch die grauen Wolken, wenn ich vom Leben auf der Straße erzähle. Endlose Autofahrten, die mit therapeutischen Unterredungen dekoriert werden. Abstecher von der Autobahn, den skurrilen Ortsnamen nachforschend. Nachts übermüdet auf einen Acker parken und mit verrenkten Gliedmaßen eine bequeme Schlafposition suchen. Partys im Auto feiern, ausgelassener als so manche Homeparty. Milde Sommernächte  nutzen, wozu sie erfunden wurden und Richtung Meer fahren. Klampfe in der Hand und Feuer am Strand. Begleitend dazu rebellische Songs und Literatur unserer großen kulturellen Freiheitskämpfer. Nach Tagen einen Ekel vor sich selbst haben, weil Schlafmangel, Alkohol und Drogen dich zu einem Ebenbild eines Obdachlosen vollendet haben. Vielleicht die einzige Gemeinsamkeit, wenn die zwei Perspektiven der Bezeichnung „Leben auf der Straße“ in den Raum geworfen werden.
Alles schon erlebt. Alles durchgezogen. Alles geliebt. Der Roadtrip als Sinnbild der Freiheit und Unabhängigkeit aller Generationen.

Was man nicht alles sieht, wenn man auf einem Roadtrip ist

24.03.2013

Marzipanjagd im multireligiösen Toledo

Auf einem Streifzug durch die kleinen verträumten Gassen Toledos
von Oli

Da ist es, das Toledo nach dem ich suchte. Vom Bahnhof aus geht es stetig gen Himmel, bis ich über eine alte sandfarbene Steinbrücke den Eingang zum Altstadtkern erreiche. Und wieder meterbreite Stufen, kopfsteingepflasterte Treppen, Aufstieg. Oberflächlich betrachtet, scheint sich an den festungsartigen Mauern seit Jahrhunderten nichts geändert zu haben. Zwei Kurven später erblicke ich die ersten Läden mit Mazapán de Toledo, Marzipan aus Toledo, die sich schon seit Jahrzehnten in den alten Häusern halten. Sie stehen dicht an dicht und es scheint ganz so, als würden sie sich in die Schatten der vielen Gotteshäuser ducken, die Toledo beherbergt. Multireligiös, im wahrsten Sinne. Von Kathedralen über Synagogen bis hin zu Kirchen und Moscheen - viele Glaubensrichtungen sind hier vertreten. Toledo war auch früher schon beliebt. Auf einem Berg gelegen, geschützt durch hohe Mauern und einen riesigen Graben, den ein Fluss füllt. Jede Religion, die gerade das Zepter in der Hand hatte, verfolgte die anderen Ansässigen und vertrieb diese aus der Stadt. Da waren sie allesamt nicht gerade zimperlich.