07.07.2014

Auf der Suche nach der Uralten Morla



von Oli.

Das Moor.

Ich rieche die Tümpel und die Feuchtigkeit. Die Luft ist schwül, sie vibriert kaum merklich. Und doch genug, um es zu spüren. Kein Wind geht. Weit und breit kein Unterschlupf. Die wenigen Bäume sind nur noch trockene Streichhölzer, die ihre letzten Nadeln wie restliche Büschel ihres Haarausfalls tragen. Ein heller Himmel lässt mich die Augen zusammenkneifen und blinzeln. Vorbeiziehende Wolken erbarmen sich und verdecken die Sonne. Mir wird kalt an den Füßen. Ich schaue an mir herunter. Trotz Moorschuhen bin ich eingesunken. Dort, wo meine Fußknöchel waren, blubbert der nasse grüne Teppich. Er gibt nach.

„Es ist ungewöhnlich ruhig hier“, sagt Algis, der vor mir durch die vollgesogenen Grünpflanzen watet. „Wir sollten die Vögel hören. Kein gutes Zeichen.“

01.07.2014

Ich will zurück nach Korfu

Dieser Beitrag wird unterstützt von kwizzme.



von Oli.
Fotos von Marie Lawrenz.

Ich winke dem Eselchen zu, bevor ich in die Allee aus Weinranken und Olivenbäumen einbiege. Ihre Schatten bergen eine angenehme Kühle an diesem heißen Tag.

„Heute wird ein guter Tag“, meint Oma Niki. „Einer, an dem man seine Seele baumeln lassen sollte.“

Mir ist nach Abenteuer – ich will die griechische Insel erkunden und mir den Küstenwind um die Ohren wehen lassen. Oma Niki sagt, ich solle es ruhig angehen lassen. Ich hätte noch so viel Zeit. Oma Niki hat immer Recht. Sie setzt sich in ihren Schaukelstuhl und beginnt Dinge zu tun, die griechische Omas am Wochenende üblicherweise tun. Und so schlendere ich durch diesen heißen Samstag, bis ich das Rauschen des Meeres vernehme und mir das Funkeln und Glitzern der Brandung sagt, dass ich die Küste erreicht habe.

24.06.2014

Die Robben von Saaremaa



von Oli.

Es war doch nicht sonderlich klug, allein und ohne Karte einen mir unbekannten Wald in Estland zu durchstreifen. Obwohl die hellen Nächte schon Jaanipäev (Mittsommer) ankündigen, schlucken dunkles Geäst und Dickicht das fahle Weiß des Vollmonds. Nach meiner Nachtwanderung, welche letztendlich in Ungewissheit gipfelte und mich aufgrund nahender Orientierungslosigkeit zur Umkehr zwang, freue ich mich auf mein Bett für die Nacht. Der kurze Kiesweg zwischen dem Waldesrand und meinem Quartier ist so trocken, dass sogar meine Schritte genügen, Loona Manor in Staub zu hüllen und mir die Sicht zu nehmen. Aus dem aufgewirbelten Dunst taucht das Gebäude auf. Tagsüber ein einladendes Gasthaus. Nachts, inmitten der Abgeschiedenheit von Estlands größter Insel Saaremaa, wirkt das Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert eher wie ein Gemäuer ganz im Sinne von Edgar Allen Poe. Wie gut, dass ich in dieser Nacht als Einziger eines der zehn Zimmer belegen sollte.

15.06.2014

Geheimnisvolles Tallinn



von Oli.

Die wunderschöne Altstadt im Kern Tallinns breitet ihre Arme aus. Andauernder Platzregen macht die unzähligen verwinkelten Gassen noch etwas enger und schluckt das Tageslicht. Das nasse alte Kopfsteinpflaster glänzt speckig und erschwert das Laufen. Estlands Hauptstadt ist ein mysteriöser Ort, der sich irgendwo zwischen dem hohen Norden und dem tiefen Osten an die Enden der Ostsee schmiegt.

18.05.2014

Mit Franz Kafka beim Kaffee


Ein Gastbeitrag von Reni Kommnick. Nachdem sie die letzten Jahre in Kolumbien gearbeitet hat, zog es sie vor zwei Jahren zurück in die Heimat. Hier hat sie sich letztes Jahr einen langersehnten Traum erfüllt und sich als Fotografin selbstständig gemacht. Nach einem Auslandssemester in Prag 2006 war sie viele weitere Male in ihrer Herzensstadt unterwegs, immer mit der Kamera im Gepäck.

11.05.2014

5 Gründe, um 100 Kilometer am Stück zu laufen













Ein Gastbeitrag von Philipp Laage. Philipp ist Mitinitiator des Mammutmarsches und passionierter Läufer, Wanderer und Bergsteiger. Auf Run. Travel. Grow. bloggt er vor allem über das Reisen. Die 100 Kilometer am Stück ist er 2007 zum ersten Mal zu Fuß gegangen, ohne vorher groß trainiert zu haben. Den Mammutmarsch organisiert er nun zum dritten Mal. Zur Erinnerung: Stefan stellte sich einmal der Wander-Herausforderung von 80 Kilometern in zwei Tagen, Steven von Funkloch einem 80-Kilometer-Marsch an einem Tag.

Am 31. Mai startet in Berlin der dritte Mammutmarsch. Hier sind fünf Gründe, warum es sich lohnt, 100 Kilometer am Stück zu Fuß zu laufen.

1) Die Herausforderung scheint riesig – aber sie ist machbar

27.04.2014

Roofspeeding auf den Dächern Berlins


Wir betreten die Beachvolleyballhalle South Beach. Nehmen die Treppe bis in die zweite Etage, weiter nach oben bis auf den vom Sand verstaubten Dachboden. Durch die Luke steigen wir aufs Dach. Es weht etwas Wind. Daniel Gossen, Doppelweltmeister im Speedminton, erklärt uns die Regeln, steckt das Spielfeld ab und los geht’s!