13.04.2014

3 beeindruckende Trekkingabenteuer in Argentinien

Steve und das Südpatagonische Eisfeld


Ein Gastbeitrag unseres Freundes Steve. Seit mehr als drei Jahren bereist er als Videoblogger die Welt. Die letzte Langzeitreise führte ihn nach Südamerika – in den insgesamt sieben Monaten vor Ort hat er sich u.a. auf mehrtägige Trekkingtouren in Patagonien begeben, hat die 1000km auf der Carretera Austral per Anhalter zurückgelegt, sich von einem Hochhaus in La Paz abseilen lassen und ist mit Pinguinen in Chile spazieren gegangen.

Auf seinem BackPacker Reiseblog teilt er seine Erfahrungen in Guides, sehenswerten Videos und gibt wertvolle Tipps rund ums Backpacking in Südamerika. Für uns hat er drei beeindruckende Trekkingabenteuer in Argentinien vorgestellt. Viel Spaß beim Lesen!

Argentinien. Was geht Dir durch den Kopf, wenn du von diesem Land hörst?
Steak? Messi? Tango?
„Feuerland! Gletscher! Patagonien!“ würde ich auf diese Frage heute begeistert antworten. Die Monate, die ich vor Ort war, haben mein Bild von Argentinien zurecht gerückt, die Outdoor-Abenteuer in faszinierender Natur haben mich so beeindruckt, dass ich in etwa jeden der mich danach fragte, am liebsten direkt in ein Flugzeug gesetzt hätte, damit er es selbst erleben kann.

„Was war das Beste?“ Die Antwort darauf fällt mir schwer.

Hier ist mein Vorschlag: Ich erzähle dir von 3 traumhaften Trekkingrouten, Du schnürst den Rucksack und sagst mir danach, welche am schönsten war!

16.03.2014

Stefans Vermächtnis: Eine Freundschaft, Kaffeeersatz und ein rebellisches Faultier




Hallo! Ich glaube, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Oli aus Berlin. Seit zwei Jahren schreibe ich Reisegeschichten auf Kaffeeersatz. Das funktioniert ganz gut. So gut, dass manche von euch sogar lesen und mögen, was ich schreibe.

Hier ist eine ganze Weile nichts passiert. Woran das liegt? Nun ja, wir haben ein paar holprige Wochen hinter uns. Die Kurzversion: Stefan zieht es weiter.

Warum hört Stefan auf? Die lange Version.

09.01.2014

Die Unendlichkeit eines Jahres

Von Stefan.

„Butter bitte“, stotterte es aus der Kleinen, die vor Kurzem ihr erstes Mal um den riesigen Feuerball kreiste und somit ihr erstes Lebensjahr beendete. Obgleich ihr junger Verstand noch keine Ahnung hat, was sie da eigentlich von sich gibt, erheitert sie die Mutter, die ihrem Mann abwesend ein Schneidemesser reicht. Dieser wartet bereits so ungeduldig darauf, wie die Lebensmittel, die sich von ihm erstechen lassen möchten. Darauf brauchen sie auch nicht lange zu warten. Ein kurzer Schleifton ist zu hören und schon wurde der Granatapfel entzweit, die Hälften aufgebrochen und mit gleichmäßigen Schlägen das Innenleben herausgelockt. Ein perfekter Mord. Das Motiv - Appetit! Es kann beruhigt aufgeatmet werden, wir haben es hier mit einem professionellen Mörder, einem Koch, zu tun. Anders als uns Laien, die in der Küche verteilt neben ihm stehen und gleiches mit den anderen Zutaten für das Mahl zum Jahreswechsel vollbringen. Kaum sind die kleinen Kötel aus der Granate gestoßen worden, schreit es aus der anderen Ecke, diese Sauerei gleiche einem Blutbad. Effizienz hat eben seinen Preis. 
Die andere Ecke kann gut reden. Zwar richten sie kein Blutbad an, demgegenüber erfreuen sie sich an einem Massaker der übelsten Sorte. Kiloweise werden die Garnelen von ihren Schalen befreit und für das bereits heiße Fett in der Pfanne vorbereitet. Was eine asiatische Hilfskraft in unter einer Minute vollbracht hätte, ziehen die Kinder in infantiler Länge (mehr oder weniger) würdevoll auseinander. Immer wieder den kontrollierenden Blicken der jungen Erwachsenen ausgesetzt. Diese fragen sich, welche liquiden Mittel sie heute in das neue Jahr begleiten sollen. Die Antwort gibt die kleine Schwester, auf der Schwelle zum Jugendlichsein balancierend. Mit einem graziösen Griff zur Cinzano-Flasche und einer auffordernden Geste in Richtung Cousinchen, verkriechen sich die beiden in den nächsten Raum und erforschen dieses verführerische Wesen Alkohol. Um es mit den Worten von The Who auszudrücken „The Kids Are Alright“. Die älteren Mitspieler dieser Abendrunde versuchen sich derweil mit allen Mitteln für die Nacht wachzuhalten bis der nächste Morgen wieder auf sie wartet, um ein neues Jahr mit neuen Aufgaben, die doch irgendwie die selben sind, anzutreten. Die Tafel ist angerichtet. Das Baby, die Kinder, die jungen Erwachsenen, die innerlich jung Gebliebenen; alle greifen zu und genießen lachend. Mütter, Väter, Töchter, Söhne und Freunde, eine große Familie. Und das Baby bekommt endlich seine Butter und lächelt uns mit seinen verschmierten Patschhändchen an. Jetzt sind wir angekommen. Wenn wir dort sind, wo wir hingehören und sich die Unendlichkeit statt der Sekunden, Minuten und Stunden über die Welt verteilt. Unendlichkeit für die Zeit. Ein nicht enden sollendes Jahr.

03.01.2014

Zeitreisen zu Fuß und sonstige Abenteuer: Backpackers Link-List #32



Das neue Jahr begann wie immer mit einem Knall. 
Zwischen all den guten Vorsätzen, den „Dieses-Jahr-werde-ich“s, den im Delirium geäußerten Versprechungen und dem Freudentaumel, möchte ich euch nur um eines bitten: Lasst euch Zeit. Die Welt rennt schon schnell genug. Ein weiser Mann sagte einmal Folgendes:
„Geht mein Leben in die richtige Richtung? Bin ich mit meinem Job glücklich? Habe ich überhaupt einen Job? Oh, ein Apfelbaum.
– Stefan, Entschleunigung: Auf dem Fernwanderweg Alpe-Adria-Trail, 2013

Zeit für unsere Linksammlung:

26.12.2013

Oh dear, what a year - Unser Jahresrückblick 2013

von Stefan.


Wir lernten uns kennen, als wir den norwegischen Regen auf uns herabfallen ließen. Ich nahm Abschied von deinem Bruder und begrüßte dich mit hohen Erwartungen. Vielversprechend solltest du sein und bitte, bitte keine Probleme machen. Jetzt, nach 12 Monaten des Zusammenseins, kann ich sagen, dass du deine Launen hattest. Viele Höhen und Tiefen hast du abverlangt und mich immer wieder auf die Probe gestellt. Trotzdem danke ich dir für das, was ich von dir lernen konnte. Dein Name, vier Ziffern, die die Quersumme sechs bilden: Au revoir 2013!

Flighttrip durch Norwegen

13.12.2013

Backpackers Link-List #31

Lesen ist quasi mein Beruf. Folgende Sätze habe ich diese Woche gelesen oder aufgeschnappt, die im Kopf hängen geblieben sind:
  • "Intelligenz ist das, was einsetzt, wenn man nicht mehr weiter weiß." - Richard David Precht.
  • "Was Eifersucht ist? Wer mit Eifer sucht und Leiden schafft" - Freund Piet.
  • "Lieben ohne 'i' ist einfach nur leben." - Gespräch in einer Bar.
  • "Das eigene Alter ist nur eine Anzahl der Runden, die man bisher um einen riesigen Feuerball gedreht hat." - hermsfarm.de

Foto von Stefan. Aufgenommen in Greifswald

Ebenso inspirierend wie diese Zitate, sind unsere Links für Reisejunks und Büroflüchtlinge:

Warum sich Menschen nicht ändern

Foto von Stefan. Aufgenommen in Schweden. Hier und hier die Artikel dazu.
Von Stefan.
Ich besuchte sie bei der Arbeit. Hätte ich sie erst an jenem Abend kennengelernt, ich hätte sie nicht beachtet. Oder anders gesagt, sie wäre mir nicht aufgefallen. Nachdem sie sich änderte. Plötzlich spricht sie Hochdeutsch, hat eine gerade Haltung, trägt ordentliche Kleidung, tauscht sich über aktuelle politische Diskussionen aus oder trifft sich Nachmittags mit anderen Frauen, um den neuesten Gossip aus sich herauszuspucken. Verflogen ist der Ghetto-Slang, die Leckarsch-Haltung und der Joint für Zwischendurch. Ein Schleier der Persönlichkeitsentwicklung legt sich über ihren Körper. Zumindest für die Menschen, die sie ab dem Tag kennenlernt haben, an dem sie entschieden hat, sie müsse etwas ändern. „Ich erkenne dich nicht wieder.“, „Du bist so anders geworden.“, „Früher konntest du darüber lachen.“ - Die klassischen Reaktionen der alten Freunde auf einem Abi-Treff.